Abteilung Landwirtschaftliche Betriebslehre und Produktionsökonomie

Historische Entwicklung der Landwirtschaftlichen Betriebslehre in Kiel Teil II

1934: Auflösung des Lehrstuhls

Angesichts fallender Studierendenzahlen (1932/33 studierten 29 Studierende Landwirtschaft) beschloss die Landesregierung, das Agrarstudium in Kiel 1934 aufzulösen – gegen den erfolglosen Widerstand der landwirtschaftlichen Praxis. SAGAWE ging nach Berlin und später nach Breslau. Die Auflösung der beiden an der Philosophischen Fakultät angesiedelten Lehrstühle für „Pflanzenbau" und „Landwirtschaftliche Betriebslehre“ bedeutete jedoch nicht das Ende für das Landwirtschaftsstudium.

Etwa die Hälfte der Studierenden blieb in Kiel, 1935 waren es zehn. Sie studierten überwiegend bei den Direktoren der Milchforschungsanstalt weiter. Auch am Institut für Weltwirtschaft gab es hervorragende Arbeitsbedingungen für die Studierenden. Die landwirtschaftliche Betriebslehre war in den Händen von Wilhelm WESTPHAL.

Hungersnot nach dem Zweiten Weltkrieg erfordert neue Wege: 1946 wird die Landwirtschaftliche Fakultät gegründet

Erst nach dem 2. Weltkrieg wurde das Studium der Landwirtschaft in Kiel wieder aufgenommen. Der durch die Hungersnot bewirkte Zwang zur Produktionssteigerung stellte die Landwirtschaft vor eine Fülle neuer und dringlicher Aufgaben. Es fehlte nicht nur an Betriebsmitteln, sondern mehr noch am Wissen um deren effizienten Einsatz und bessere Produktionsmethoden. 1946 wurde die Landwirtschaftliche Fakultät gegründet.

Treibende Kraft der Fakultätsgründung war Emil LANG, der bis zur Flucht aus Ostpreußen Dekan der Landwirtschaftlichen Fakultät der in Königsberg gewesen war, und nach dem Krieg nach Kiel zurückgekehrt war. Im Jahre 1946 erfolgte seine erneute Ernennung zum Ordinarius des Instituts für Landwirtschaftliche Betriebslehre in Kiel.