Abteilung Landwirtschaftliche Betriebslehre und Produktionsökonomie

M.Sc. Daniel Schröer

wiss. Mitarbeiter

Wilhelm-Seelig-Platz 6, Raum 106
dschroer@ae.uni-kiel.de

Forschungsprojekt

Neue Geschäftsmodelle für Biogasanlagen nach Auslaufen der EEG-Förderung

Mit der Verabschiedung des EEG im Jahr 2000 hat die Bundesregierung den Grundstein für die Transformation der Energieerzeugung in Richtung erneuerbarer Energien gelegt, um völkerrechtlich verbindliche Klimaschutzziele zu erreichen. Durch politisch festgesetzte Preise wurde die erfolgreiche Etablierung erneuerbarer Energien am deutschen Strommarkt ermöglicht. Seit der fünften Novelle des EEG im Jahr 2017 wird die Einspeisevergütung für Bioenergieanlagen über 150 kW durch Auktionen ermittelt, um eine kostengünstige Stromversorgung zu erreichen. Durch die Begrenzung des Höchstgebotes auf 16,9 Cent pro Kilowattstunde und dessen jährlicher Reduktion um 1 % können die variablen Kosten der Stromerzeugung von aktuell um die 16 Cent je kWh jedoch kaum gedeckt werden. Im Bereich der Sektorkopplung offenbart sich allerdings ein neues Geschäftsmodell. Biogas, aufbereitet zu CNG oder LNG, kann als Kraftstoff vermarktet werden und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors leisten. Wirtschaftlich gesehen wird das Geschäftsmodell jedoch erst durch eine zweite Einnahmequelle interessant, die sich aus der RED-II-Richtlinie ergibt. Die laut besagter Richtlinie verpflichtende Treibhausgasvermeidung kraftstoffvermarktender Unternehmen kann an Dritte übertragen werden. Biogasanlagenbetreiber können somit durch die Quotenübertragung Zusatzerlöse erzielen, die das Geschäftsmodell abrunden. Das Forschungsvorhaben hat die Analyse der Rentabilität jenes neuen Geschäftsmodelles zum Ziel. Des Weiteren sollen das Angebotspotenzial, die optimale Organisationstruktur und das Treibhausgasminderungspotenzial, sowie Politikempfehlungen durchleuchtet werden. Dazu kommen die Methoden der Rentabilitätsanalyse risikobehafteter Investitionen, Discrete-Choice-Experimente und individuelle Tiefen- oder Intensivinterviews zum Einsatz.